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BEWERBUNGSHILFEN


In dieser Zusammenstellung finden Sie Begriffserläuterungen rund ums Thema Bewerbung.

Klicken Sie auf das jeweilige Thema im Inhaltsverzeichnis, um zum gewünschten Kapitel zu gelangen.

 

Absage

Anlagen

Arbeitsproben

Arbeitsvertrag

Arbeitszeugnis

Bewerberauswahl

Bewerberfoto

Bewerbungsschreiben

Bewerbungsfehler

Bewerbungsunterlagen

Blindbewerbung

Deckblatt

Eignungstests

Elektronische Bewerbung

Initiativbewerbung

Lebenslauf

Praktikum

Probearbeitstag

Probezeit

Schlüsselqualifikationen

Stellengesuch

Stellenanzeige

Stellensuche

Vorstellungsgespräch

Vorstellungskosten

Zeugnisse

Zeugnissprache

Zwischenzeugnis

 

 

Absage

Mit Absagen muss jeder Bewerber rechnen, mancher kann sogar eine ganze Sammlung davon vorzeigen. Doch auch Sie als Bewerber können absagen. Nach einem Einstellungsangebot überlegen Sie es sich noch einmal ganz genau und kommen vielleicht zu dem Schluss, das Angebot eines anderen Unternehmens anzunehmen oder doch besser bei Ihrem derzeitigen Arbeitgeber zu bleiben.

Beginnen wir mit dem für Sie ungünstigen Fall:

Ihre Bewerbung stößt nicht auf Interesse, Sie bekommen (wie durchschnittlich ca. 90 % aller Bewerber) eine schriftliche Absage.

In welcher Phase der Bewerberauswahl haben Sie die Absage bekommen?

Erhalten Sie die Absage schon als Antwort auf Ihre schriftliche Bewerbung und geht aus dem Absageschreiben kein plausibler Grund hervor (wie etwa: "Zur Zeit haben wir keinen Einstellungsbedarf ..." oder "Wir erwarten von unserem künftigen Mitarbeiter ausgeprägte Branchenkenntnisse, insbesondere im Hinblick auf ..."), sollten Sie nicht zögern nachzuhaken. Vor allem dann, wenn Sie die leider bei vielen Unternehmen beliebten Standardformeln lesen "... dürfen wir Ihnen danken und mitteilen, dass wir uns für einen anderen Bewerber entschieden haben ... für Ihre weitere berufliche Zukunft alles Gute."

 

Warum hat man sich gegen Sie entschieden? Lag es an der abschreckenden optischen oder inhaltlichen Präsentation der Bewerbungsunterlagen, an Qualifikationsdefiziten, dem falschen Studienschwerpunkt oder lagen andere Ungereimtheiten vor? War das Bild unpassend, oder passte das Anschreiben nicht zu der offerierten Stelle? Rufen Sie doch an und versuchen Sie, den zuständigen Mitarbeiter im Unternehmen zu erreichen. Häufig kann man auf diese Weise nützliche Hinweise erhalten, die bei weiteren Bewerbungen helfen, typische Fehler zu vermeiden, oder die vor Selbstüberschätzung bewahren (z. B. Hinweise auf Mängel in der schriftlichen Selbstpräsentation, noch zu geringe Berufserfahrung, nur mittelmäßige Studienleistungen u. a.).

Wundern Sie sich aber nicht, wenn Ihr Gesprächspartner am anderen Ende der Telefonleitung nur sehr unverbindlich reagiert, es freundlich aber bestimmt ablehnt, auf Ihre Fragen einzugehen. Mitunter erfahren Sie hier leider nicht mehr, als Sie schon dem Absageschreiben entnehmen konnten: nichts Konkretes! Bleiben Sie trotzdem höflich, beenden Sie das Gespräch schnell - ein Recht auf Auskunft haben Sie hier nicht.

Erreicht Sie die Absage erst in einer späteren Phase des Auswahlverfahrens, sollten Sie auf jeden Fall hartnäckig (aber freundlich, höflich) versuchen, die Gründe hierfür tiefer auszuloten. Haken Sie trotzdem nach, Sie haben hier doch die große Chance, von in der Bewerberauswahl oft sehr erfahrenen Personen etwas über Ihre Selbstdarstellung, deren Wirkung auf andere, die Einschätzung Ihres Qualifikationsprofils usw. zu erfahren. Für die nächste Bewerbung lassen sich daraus fast immer Lehren ziehen.

Doch bitte: Versuchen Sie jetzt nicht, im Nachhinein noch die Entscheidung gegen Sie herumzudrehen oder zu erklären, warum Sie beim Test oder im Vorstellungsgespräch Ihre Stärken nicht so richtig ausspielen konnten - so etwas wirkt nur peinlich. Machen Sie vielmehr deutlich, dass Sie daran interessiert sind zu erfahren, warum Sie für dieses Unternehmen letztendlich nicht der richtige Mitarbeiter sind, weisen Sie darauf hin (besonders wenn Sie noch Berufsanfänger sind!), dass Sie dies auch als Hilfe für weitere Bewerbungen bei anderen Unternehmen betrachten (aus Fehlern lernen!).

Erfahrungsgemäß sind dann die zuständigen Mitarbeiter in den Personalabteilungen durchaus bereit, mehr als nur "Standardfloskeln" von sich zu geben.

Sie müssen aber auch wissen:

Nicht in jedem Fall wird und kann man Ihnen den eigentlichen Grund für eine Absage nennen. Dieser liegt manchmal auf allzu menschlichen Ebenen: spontane Antipathie, Äußerlichkeiten, auch Ihr als etwas seltsam empfundenes Hobby könnten den Ausschlag gegen Sie gebracht haben. Dies wird man Ihnen allerdings weder schriftlich mitteilen noch erzählen, statt dessen wird man einen anderen, mehr objektiven Grund nennen

Betrachten Sie Ihre Bemühungen nach "Ursachenforschung" also sehr realistisch, und machen Sie sich auch klar: Was bei dem einen Unternehmen als Ihre Schwäche empfunden wird, kann bei einem anderen durchaus als Stärke interpretiert werden. Wenn Ihr "Traumunternehmen" Ihnen einen "Korb" gegeben hat, sollte dies bei Ihnen also keinesfalls zu Depressionen führen, es gibt eben keinen Anspruch auf "Gegenliebe".

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Anlagen

Eine gezielte Bewerbung muss spezifisch an die Bedürfnisse des Arbeitgebers angepasst werden. Dies bezieht sicht auf das Bewerbungsschreiben, den Lebenslauf und die Anlagen.

Relevante Anlagen

Bitte fügen Sie Ihrer Bewerbung nur die relevanten Anlagen bei, die für den Arbeitgeber von Interesse sein könnten.

Sicherlich sieht beispielsweise die Bescheinigung vom Club Mediterrane über die Aushilfszeit von vier Wochen auffällig aus. Ob diese Bescheinigung ein Teil der Bewerbung sein sollte, ist eine andere Frage.

Diese Frage beantwortet sich mit dem Ziel der Bewerbung: Die Bescheinigung ist eine notwendige Anlage, wenn Sie sich für einen Job im Freizeitgewerbe bewerben.

Die Anlage hat keinen Mehrwert für die Bewerbung, wenn Sie eine Job als Buchhalter anstreben. (Es sei denn Sie haben beim Club Mediterrane die Buchhaltung geleitet.)

Vollständige Anlagen

Wichtig ist, dass alle Anlagen, die der Beurteilung Ihrer fachlichen Qualifikation dienen, vollständig sind. Fehlende Anlagen sind unverzeihlich und werden als Nachlässigkeit interpretiert und auf Sie als Person bezogen, frei nach dem Motto: Wenn schon bei der Bewerbung „gehudelt“ wird, wie soll das erst werden, wenn die Person bei uns arbeitet?“

Ordnen Sie die Anlagen folgendermaßen:

Die neuesten Unterlagen gehören zuerst in die Bewerbung und die ältesten Anlagen gehören an das Ende der Bewerbung.

Bei sehr umfangreichen Bewerbungen können Sie auch Trennblätter verwenden.

Qualität der Anlagen

Fügen Sie Ihrer Bewerbung nie Originale bei sondern immer nur Kopien.

Achten Sie bei den Anlagen auf die Qualität der Kopien. Sehr viele Zeugniskopien sind oft nur schlecht leserlich. Die Mühe eine schlecht leserliche Kopie zu studieren macht sich aber im Zweifel nur selten jemand.

Profis achten bei der Durchsicht der Bewerbung auch darauf, ob die Anlagen schon benutzt worden sind. An kleiner Falt-/Knitterstellen oder kleinen "Eselsohren" kann man leicht erkennen, ob die Unterlagen neu oder "recycelt" worden sind.

Sollten Sie trotzdem einmal in Betracht ziehen, Unterlagen noch einmal zu verwenden, dann müssen Sie jedes Blatt genau durchsehen. Die Unterlagen dürfen keine Markierungen, Notizen, o.ä. enthalten.

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Arbeitsproben

Von Bewerbern für Berufe oder Aufgaben, die besondere manuelle Fertigkeiten (z. B. im Handwerk) voraussetzen, die gute Kenntnisse in der Nutzung moderner Arbeitsmittel o.ä. verlangen oder die ausgeprägte geistig-kreative, künstlerische Leistungen erfordern (z.B. Übersetzer, Journalisten, Werbefachleute), werden ergänzend zu den üblichen Bewerbungsunterlagen hin und wieder Arbeitsproben erwartet. Bei manchen Berufen lässt sich damit die Mitarbeiterauswahl über den Einsatz der gängigen Auswahlinstrumente (z. B. Bewerbungsanalyse, Eignungsinterview) hinaus zusätzlich fundieren.

Zu unterscheiden sind zwei Gruppen von Arbeitsproben:

1. Solche, die Sie Ihrer Bewerbung auf Verlangen des Unternehmens oder aus eigenem Antrieb beifügen, beispielsweise von Ihnen geschriebene oder entworfene Texte, Kataloge, Anzeigen oder Fotos von Objekten, die Sie gestaltet haben (z. B. als Architekt, Designer o. ä.).

2. Darüber hinaus gibt es Arbeitsproben, die von den Bewerbern unter Aufsicht - meistens beim potentiellen Arbeitgeber - abzulegen sind. Dabei geht es vorwiegend um den Nachweis besonderer Kenntnisse (z. B. Fremdsprachen, Vertrautheit mit moderner Informations- und Bürotechnik) oder die Darstellung manueller, handwerklich-technischer und ähnlicher Fähigkeiten oder Fertigkeiten (so häufig im Rahmen von Eignungstests bei der Auswahl von Auszubildenden).

Arbeitsproben sollen also in aller Regel aus Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen ersichtliche Interessen, Kenntnisse oder Fähigkeiten sehr konkret belegen, evtl. auch nachprüfbar machen!

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Arbeitsvertrag

Haben Sie die Hürden der Bewerberauswahl erfolgreich überwunden und eine Einstellungszusage, erhalten Sie in der Regel den Entwurf eines Arbeitsvertrages mit der Bitte, ihn zu unterschreiben und in den nächsten Tagen zurückzuschicken.

Sie müssen das aber nicht umgehend tun, sondern können sich damit ein bis (höchstens) zwei Wochen Zeit lassen.

Sie sollten den Arbeitsvertrag auf jeden Fall genau lesen. Wenn Sie Fragen haben oder Probleme sehen, können Sie fachkundigen Rat einholen und evtl. mit Ihrem künftigen Arbeitgeber noch einmal über die Vertragsgestaltung und -inhalte Rücksprache halten.

Grundsätzlich ist der Arbeitsvertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein Vertrag zur Regelung der beruflichen Aufgaben und der wesentlichen Arbeitsbedingungen.

Bedeutsam hierfür sind gesetzliche Vorschriften, Tarifverträge sowie im Betrieb gültige Betriebsvereinbarungen.

Tarifverträge wirken für alle tarifgebundenen Mitarbeiter und Betriebsvereinbarungen für alle nicht leitenden Arbeitnehmer, ohne dass es der besonderen Zustimmung des einzelnen Mitarbeiters bzw. Arbeitnehmers bedarf!

Fehlerhaft zustande gekommene Arbeitsverträge können vom Arbeitnehmer wie Arbeitgeber zivilrechtlich angefochten werden.

Im Falle der Anfechtung besteht für die Vergangenheit ein sog. "faktisches Arbeitsverhältnis", das im Ergebnis ebenso behandelt wird wie ein rechtlich einwandfrei und wirksam begründetes Beschäftigungsverhältnis. Für den Bewerber bzw. Mitarbeiter ist dies vor allem im Hinblick auf in der Vergangenheit schon erhaltene Vergütungen von Interesse, diese müssen im Falle eines erfolgreich angefochtenen Arbeitsvertrages bzw. -verhältnisses dem Arbeitgeber also nicht zurückerstattet werden.

Die maßgeblichen Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsvertrag sind für den Arbeitnehmer die Pflicht zur Arbeit sowie vertragliche Nebenpflichten, für den Arbeitgeber die Pflicht zur Zahlung der Vergütung, zur Gewährung von Urlaub sowie sonstige Fürsorgepflichten.

 

In der Praxis gliedert sich ein Arbeitsvertrag im Wesentlichen häufig in folgende, zu regelnde 13 Punkte bzw. Abschnitte:

  • Vertragspartner (Name und Anschrift von Unternehmen und Mitarbeiter)
  • Zeitpunkt der Beschäftigungsaufnahme (Eintrittstermin) und Dauer der Probezeit
  • Tätigkeitsbezeichnung, Aufgabengebiet und Aufgaben, Stellung in der betrieblichen Hierarchie, ggf. besondere Pflichten und Vollmachten des Mitarbeiters
  • Höhe der Bezüge und Auszahlungsmodus (z. B. monatlich zum 15. des Monats)
  • Arbeitszeit
  • Nebenleistungen (z. B. Firmenwagen, betriebliche Altersversorgung, Versicherungsschutz)
  • Urlaub (sollte in Arbeitstagen, nicht in Werktagen angegeben werden)
  • Nebentätigkeiten (diese bedürfen in der Regel der besonderen Zustimmung des Arbeitgebers, sie können auch nach Art und zeitlichem Umfang begrenzt oder ausgeschlossen werden)
  • Erstattung von Umzugs- und Reisekosten
  • Kündigungsfristen
  • Geheimhaltung (Stillschweigepflicht des Mitarbeiters gegenüber Dritten über alle betrieblichen Angelegenheiten und Vorkommnisse, insbesondere Betriebsgeheimnisse u. ä., diese Pflicht gilt regelmäßig auch über den Zeitraum der Zugehörigkeit zum Unternehmen hinaus)
  • Wettbewerbsverbot (für Berufsanfänger, z. B. Hochschulabsolventen, meistens unüblich)
  • Schlussbestimmungen (hier ist in der Regel die Aussage enthalten, dass alle Arbeitsvertragsergänzungen oder -änderungen der Schriftform bedürfen)

 

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Arbeitszeugnis

Bei Bewerbern, die berufstätig sind oder waren, gehört das Arbeitszeugnis zu den wichtigsten Bestandteilen ihrer Bewerbungsunterlagen.

Bewirbt man sich aus einem noch fortbestehenden Arbeitsverhältnis heraus, kann in der Regel hierfür noch kein Arbeitszeugnis vorliegen, evtl. jedoch ein Zwischenzeugnis. Bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses kann der Mitarbeiter vom Arbeitgeber ein schriftliches Arbeitszeugnis verlangen, das als sog. "einfaches Arbeitszeugnis" Angaben über Art und Dauer des Beschäftigungsverhältnisses sowie ggf. über besondere Arbeits-, Aufgabenschwerpunkte und deren Zeiträume enthält.

Auf Wunsch des Mitarbeiters ist ein sog. "qualifiziertes Arbeitszeugnis" auszustellen, das über die o. g. Angaben hinaus auch eine Bewertung seiner Führung und Leistung enthält. Das Arbeitszeugnis muss grundsätzlich vom Arbeitgeber bzw. durch von ihm hierzu bevollmächtige Mitarbeiter (z. B. Leiter Personalwesen) ausgestellt werden. An der äußeren Form und Gestaltung des Zeugnisses muss erkennbar sein, dass es sich um ein offizielles Dokument des Arbeitgebers handelt (erkennbar z. B. an: Briefkopf, maschinenschriftlich auf offiziellem Briefbogen abgefasst, evtl. Stempelaufdruck, Unterschrift ggf. mit Vertretungszusatz).

Sind Sie schon sehr lange berufstätig und bei mehreren Arbeitgebern tätig gewesen, sollten Sie selbstverständlich alle Arbeitszeugnisse Ihrer Bewerbung beilegen, auch dann, wenn eines schon vor sehr vielen Jahren ausgestellt worden ist. Die Frage, ob der jeweilige Bewerbungsempfänger sehr alten Arbeitszeugnissen Beachtung schenkt, muss allerdings offen bleiben und ist einzelfallabhängig.

Am Schluss eines Arbeitszeugnisses werden üblicherweise Dank für die Mitarbeit im Unternehmen und gute Wünsche für die weitere berufliche Zukunft des (ehemaligen) Mitarbeiters ausgesprochen.

Inhaltlich muss das Arbeitszeugnis wahr sein, also den Tatsachen entsprechen, offen sein, z. B. nicht in einer Art "Geheimsprache" abgefasst sein, vollständig sein, d. h. so abgefasst sein, dass sich der Leser ein zutreffendes Bild über die wesentlichen beruflichen Aufgaben und ggf. Leistungen machen kann. Darüber hinaus soll es auch nichts enthalten, was das weitere berufliche Fortkommen des ehemaligen Mitarbeiters erschwert.

Da es sehr schwer, praktisch meistens sogar unmöglich ist, bei der Zeugnisabfassung alle diese "Gebote" gebührend zu beachten, hat sich hier und da eine spezifische Zeugnissprache herausgebildet, die von Laien nicht immer zutreffend eingeordnet und verstanden wird.

Selbst bei sehr klaren, differenzierten und eindeutig positiven Bewertungen im Arbeitszeugnis ist es nicht auszuschließen, dass damit ein eigentlich eher leistungsschwacher Mitarbeiter nur "fortgelobt", ihm die Eigenkündigung oder Zustimmung zu einem Aufhebungsvertrag erleichtert werden soll.

Nicht zuletzt müssen Sie aber auch wissen, dass der Aussagewert eines Arbeitszeugnisses auch von Größe und Ruf Ihres Arbeitgebers abhängig ist.

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Bewerberauswahl

Vom Eingang Ihrer Bewerbungsunterlagen im Unternehmen bis hin zur möglichen Einstellungszusage läuft in vielen Unternehmen ein mehrstufiger Prozess der Bewerber- bzw. Personalauswahl ab, dies ist vor allem von der Größe sowie der Organisationstiefe des Zielunternehmens abhängig, daneben spielen natürlich Faktoren wie Präsenz am Markt (alteingesessene versus Start-up-Unternehmen), Unternehmensphilosophie und Außendarstellung eine Rolle.

Die Anzahl der Stufen und deren Inhalte sind meistens abhängig von den Stellenanforderungen, der angesprochenen Bewerbergruppe und von den jeweiligen personalpolitischen Grundsätzen des Unternehmens - so gibt es Unternehmen, die bestimmte Auswahlmethoden ablehnen, dafür jedoch andere bevorzugen. Aber auch die quantitative oder qualitative Verfügbarkeit der gewünschten Bewerbergruppe hat in der Praxis häufig Einfluss auf die Gestaltung der Auswahlverfahren: Gibt es beispielsweise für einige Einstiegsangebote immer sehr große Bewerbergruppen, allerdings darunter erfahrungsgemäß nur sehr wenige Bewerber mit den gewünschten Qualifikationen, neigen manche Unternehmen zu einer noch intensiveren und sorgfältigeren Analyse und Bewertung der Qualifikationsprofile der Bewerber. Gibt es jedoch für manche Positionen kaum oder nur wenige Bewerber mit den gesuchten Qualifikationen, vor allem nur solche Bewerber, die auf dem Arbeitsmarkt häufig unter mehreren Einstellungsangeboten die Wahl haben, können die Unternehmen es sich nur selten erlauben, diese über ein sehr komplexes und langwieriges Auswahlverfahren zu rekrutieren.

Bei vielen Behörden sind Personalbeschaffung und -auswahl ein umständliches und lang dauerndes Verfahren, bei dem die Bewerber bis zu einer Absage oder Einstellungszusage nicht selten bis zu einem halben Jahr und länger im Ungewissen bleiben - mit der Konsequenz, dass vor allem sehr motivierte und gut qualifizierte Bewerber zwischenzeitlich Stellenangebote in der Privatwirtschaft annehmen.

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Bewerberfoto

Die Bedeutung des Bewerberfotos wird in vielen Bewerbertrainings und sog. "Bewerberratgebern" oft stark übertrieben dargestellt. In der Praxis entscheidet nur sehr vereinzelt wirklich das Foto darüber, ob bei Sichtung und Analyse der Bewerbungsunterlagen der "Daumen nach oben oder unten" zeigt. Lediglich bei der Besetzung von Stellen, wo die Aufgaben auch mit besonderen Anforderungen an den optischen Eindruck des Stelleninhabers verbunden sind, spielt das Foto eine größere Rolle (z. B. Verkäufer, Kundenberater, Führungskräfte mit hohen Anteilen an Repräsentationspflichten).

Sie sind als Bewerber aber immer gut beraten, wenn Sie Ihrem Foto und dem von ihm ausgehenden Eindruck etwas mehr Aufmerksamkeit widmen, vor allem folgende 9 Punkte beachten:

  • Von vorn fotografieren lassen, das heißt, Blick direkt in das Kameraobjektiv, nicht nach oben, unten oder zur Seite! Sie müssen gleichsam Blickkontakt zu Ihrem imaginären Gegenüber suchen.
  • Schauen Sie freundlich, die meisten Bewerber wirken viel zu ernst, manchmal sogar mürrisch.
  • Lassen Sie sich vor einem hellen, keinesfalls dunklen Hintergrund fotografieren.
  • Bestellen Sie ein Farbfoto, schwarz/weiß gilt bei manchen heute als rückständig.
  • Das Format weder zu groß noch zu klein, ohne weiteres akzeptiert werden in aller Regel Formate von 8 x 6 cm bis 5 x 4 cm. Vermeiden Sie Automatenfotos und „Passbilder“ – diese sind in der Regel zu klein und müssen anderen Kriterien entsprechen.
  • Schreiben Sie auf die Rückseite des Fotos Ihren Namen und das Jahr der Aufnahme (nicht älter als 1 Jahr!).
  • Befestigen Sie das Foto abnehmbar, am besten mit Fotoecken (keine Büroklammer!), oben rechts auf dem Lebenslauf.
  • Auch wenn es Sie noch so sehr reizt: Ihr Foto nicht einscannen! Manche Bewerber scannen es heute auf den Lebenslauf, dies wird von der großen Mehrzahl der Bewerbungsempfänger jedoch (noch) nicht gern gesehen.
  • Noch etwas zur "Kleiderordnung": Lassen Sie sich so fotografieren, wie Sie auch zum Vorstellungsgespräch gehen würden.

Es hängt letztendlich von Ihrem sehr persönlichen Geschmack ab, ob Sie z. B. als Mann sich mit Jackett und Krawatte oder im Rollkragenpullover ablichten lassen. Keiner sollte sich verbiegen und beim Fototermin in seiner Kleidung unwohl fühlen. Vermeiden Sie aber in jedem Fall extreme Varianten.

Grundsätzlich gilt für viele Personalleiter die Regel: Angestrebte Position und damit verbundene Aufgaben bestimmen beim Bewerberfoto die Kleiderordnung!

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Bewerbungsschreiben

Die Form ist wichtig!

“Weniger ist mehr ... “: dies gilt insbesondere für Bewerbungsschreiben. Tatsächlich ist es einfacher, “mehr” zu schreiben als weniger.

Beim Anschreiben ist eine DIN A4 Seite üblich und auch einzuhalten!

Nur wenn Sie etwas Außergewöhnliches zu erzählen haben, dürfen Sie maximal zwei DIN A4 Seiten schreiben. Wenn das Anschreiben länger als 2 Seiten ist, können Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Bewerbung im Papierkorb landet.

In der Vergangenheit gab es Standards, die sehr streng einzuhalten waren. Dies hat sich gewandelt: absolute Standards bzgl. der formellen Gestaltung eines Bewerbungsschreibens gibt es nicht mehr.

Weiterhin out sind handgeschriebene Bewerbungsschreiben, Bewerbungsschreiben mit vielen Grafiken, unterschiedlichen Schriften und Farben, etc.

Was ist bei der Optik zu beachten?

Ränder:http://www.profibewerbung.de/html/members/bewerbungsunterlagen/inhalt/musteranschreiben.html Wählen Sie einen Abstand von ca. 3 cm am linken Rand und ca. 2 cm am rechten, oberen und unteren Rand. Wenn Sie den Text in Blocksatz formatieren, müssen Sie auch eine  Silbentrennung durchführen.

Briefkopf: Ein aufwendiger, übertrieben auffälliger Briefkopf ist zu vermeiden. Schlichte Eleganz oder gar kein Briefkopf. Eine einfache Variante finden Sie in unserem Musteranschreiben.

Formatierungen, Schriften: Gehen Sie mit Formatierungen sinnvoll um. Verwenden Sie nur eine (oder max. 2) Schriftarten. Vermeiden Sie sehr kreative Schriftarten, kleine Schriftarten oder schlecht lesbare Schriften. (üblich sind Arial oder Times New Roman, 12 pt.) Trennen Sie einzelne wichtige Absätze durch Leerzeilen. Dies verbessert deutlich die Lesbarkeit und die Übersichtlichkeit. Verzichten Sie auf Grafiken. Nur wenn Sie einen sehr guten Grund haben, können Sie Grafiken einbinden.

Die Unterschrift muss eigenhändig sein. Keine aus dem Scanner!

Rechtschreibung: neu oder alt?

Die neue Rechtschreibung ist seit August 1998 in Kraft. Die Übergangsfrist ist bis zum Juli 2005 angesetzt. D.h. bis 2005 behält die alte Rechtschreibung Ihre Gültigkeit. Seitdem gab es erneute Änderungen, so dass selbst Deutschlehrer mitunter den Überblick verlieren.

Sie können selbst entscheiden, ob Sie Ihre Bewerbungsunterlagen in alter oder neuer Rechtschreibung verfassen. Beides ist richtig.

Redakteure, Journalisten, etc. sollten jedoch Ihre Bewerbung immer in der neuesten Form verfassen. Für diese Berufe sind die Kenntnisse der neuen Rechtschreibung eine wichtige Voraussetzung.

Der Inhalt

Allerweltsfloskeln wie: "dynamisch, leistungsorientiert, teamfähig, kommunikativ" sollten Sie ohne weitere Erläuterungen vermeiden. Diese werden zurzeit inflationär verwendet. Ohne weitere Angaben sagen die Floskeln über Ihre Person gar nichts aus. (Was ist ein dynamischer Mitarbeiter?)

Schreiben Sie auch nicht die Stellenanzeige ab und vermeiden Sie die gleichen Ausdrücke, die in der Stellenanzeige verwendet werden.

Für einen Personalleiter ist nichts spannender als einen Text "vorgekaut" zu bekommen, denn man selbst geschrieben hat, und das vielleicht 10-15 mal am Tag ...

 

Der inhaltliche Aufbau eines Bewerbungsschreibens:

Absenderbriefkopf: Name, Anschrift, Telefon, E-Mail

Empfänger: Firma, Name des Empfängers (evtl. Referenz, Abteilung), Strasse oder Postfach, PLZ, Ort.

Datum (!)

Betreffzeile: Bitte eine aussagekräftige Betreffzeile wählen, die hilft die Bewerbung richtig zuzuordnen. Ein Beispiel finden Sie in unserem Musteranschreiben.

Ansprache: Sehr geehrter Herr / Frau XY. Auch bei einer Initiativbewerbung sollten Sie versuchen, den Ansprechpartner herauszufinden. Das berühmte "Sehr geehrte Damen und Herren ..." ist zu vermeiden. Im Zweifel fühlt sich ansonsten niemand angesprochen.

Einleitung: Leiten Sie das Bewerbungsschreiben mit einem kurzen prägnanten Satz ein ohne auf eine Floskel auszuweichen. Beachten Sie dabei, dass der Leser den ersten Sätzen in Ihrer Bewerbung die meiste Aufmerksamkeit schenken wird. Entweder Sie schaffen es schon in den ersten Sätzen das Interesse des Lesers zu wecken ... oder sie haben wahrscheinlich das Interesse des Gegenübers verloren.

Hauptteil: Mit der Einleitung haben Sie die Aufmerksamkeit des Lesers gewonnen. Nun geht es darum den Leser zu überzeugen. Bringen Sie Ihre besten Argumente gleich in den ersten Sätzen. Stellen Sie dar, weshalb Sie bei dem Unternehmen arbeiten wollen und weshalb Sie denken, dass Sie die richtige Person für die Position sind. Zeigen Sie auf was Sie tun können und dass Sie aufgrund Ihrer Erfahrung keine lange Einarbeitungszeit benötigen. Sprechen Sie Ihre Motivation an. Beantworten Sie dabei die Frage, weshalb Sie Ihre jetzige Stelle aufgeben wollen und eine neue Aufgabe suchen. Vielleicht finden Sie Gründe, die im Zusammenhang mit dem Ziel-Unternehmen stehen, die Sie in den Vordergrund Ihrer Argumentation rücken können. Es sollten weniger private Gründe oder der Wunsch nach einem höheren Gehalt sein. Als Notlösung: Wunsch nach einer Herausforderung, bei der Sie bisher Gelerntes anwenden können und neues Wissen hinzugewinnen können.

Wiederholen Sie noch einmal die wichtigsten Argumente, die für Ihre Person sprechen und leiten Sie auf den Schluss hin.

Schluss: Sagen Sie kurz und selbstbewusst, dass Sie sich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freuen oder dass Sie für ein persönliches Gespräch gerne zur Verfügung stehen.

Beenden Sie Ihren Brief: "Mit freundlichen Grüssen" und Ihr voller Name. Lassen Sie noch etwas Platz für die handschriftliche Unterschrift mit Vorname/Name. (Keine aus dem Scanner!).

PS: Neben der Betreffzeile und den ersten Sätzen, ist ein PS eines der aufmerksamstärksten Teil Ihres Bewerbungsschreibens. Nutzen Sie die "psychologische Macht" eines PS um schlagkräftig ein weiteres Argument für Ihre Person aufzuführen. Entweder Sie verstärken in dem PS ein schon genanntes Argument oder Sie bringen ein vollkommen neues - mit einem Überraschungseffekt hinzu.

Ein gutes Bewerbungsschreiben ist im Bewerbungsprozess schon die halbe Miete.

Wer hier nachlässig vorgeht, kann sich den Rest sparen.

 

Weitere Elemente einer klassischen Bewerbung:

Deckblatt

Lebenslauf

Anlagen

Eine Vorlage eines Bewerbungsanschreibens erhalten Sie hier !

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Bewerbungsfehler

Bewerbungsunterlagen zeigen oft Schwächen und enthalten Fehler, die schon in der ersten Phase der Bewerbungsanalyse den Bewerber als nicht geeignet erscheinen lassen und dazu führen, dass ihr oder ihm schon jetzt die Unterlagen mit einer Absage zurückgeschickt werden. Vor diesem Hintergrund werden als "Bewerbungsfehler" solche Fehler oder bezeichnet, die der Bewerber hätte vermeiden können. Diese Fehler entstehen in der Regel deshalb, weil der Bewerber bei der Zusammenstellung seiner Bewerbungsunterlagen, der Abfassung von Bewerbungsschreiben und Lebenslauf oder der Auswertung eines Stellenangebotes aus Unachtsamkeit, Unkenntnis nicht sorgfältig genug gearbeitet hat.

In der Praxis zeigen sich immer wieder vor allem die folgenden Bewerbungsfehler, häufig leider sogar mehrere dieser Fehler in einer Bewerbung gleichzeitig:

Wichtige Bewerbungsunterlagen fehlen, z. B. Arbeitszeugnisse aus früheren Beschäftigungsverhältnissen, der Lebenslauf, das Diplomzeugnis bei Hochschulabsolventen, ein Bewerberfoto.

Wichtige Angaben/Informationen in Bewerbungsschreiben oder Lebenslauf fehlen, z. B. Geburtsdatum, zeitlich genaue (Monate und Jahre!) Angaben von Beschäftigungsverhältnissen, größere zeitliche Lücken im Lebenslauf (ab ca. 3 Monate) werden nicht über entsprechende Angaben (z. B. „arbeitssuchend“, „Neuorientierung“) erklärt, der derzeitige Arbeitgeber wird nicht genannt, keine oder nur sehr oberflächliche Angaben zur derzeitigen beruflichen Position und den damit verbundenen wesentlichen Aufgaben, vom Bewerbungsempfänger ausdrücklich erbetene Angaben unterbleiben

Aus dem Bewerbungsschreiben ist nicht ersichtlich, aus welchem Anlass oder Motiv die Bewerbung erfolgt oder was den Bewerber an der Stelle interessiert.

Der Bewerber verfügt überhaupt nicht über die geforderten Qualifikationen (Analyse der Stellenannonce).

Bewerbungsschreiben und Lebenslauf zeigen große formale Mängel (vor allem in Rechtschreibung und textlicher Gestaltung), wirken sehr unübersichtlich, enthalten übertriebene Selbstdarstellungen (z. B. unpassendes Eigenlob) oder machen, wie womöglich auch die anderen Unterlagen, einen unsauberen, angeschmuddelten Eindruck.

Sie vermeiden Bewerbungsfehler, wenn Sie sich wirklich Mühe bei der Zusammenstellung und Anfertigung der Bewerbungsunterlagen geben, vor allem nicht unter Zeitdruck arbeiten, also nicht in "letzter Sekunde" bewerben.

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Bewerbungsunterlagen

Zu den Bewerbungsunterlagen zählen alle schriftlichen Dokumente, die eine erste, vorläufige Beurteilung der fachlichen und persönlichen Eignung eines Bewerbers für eine Stelle und den mit ihr verbundenen Aufgaben ermöglichen. Die optische Präsentation und die inhaltlichen Aussagen dieser Unterlagen entscheiden bei den meisten Unternehmen darüber, ob der Bewerber in die nächste Stufe des Auswahlverfahrens kommt, z. B. zu einem Vorstellungsgespräch oder einem Test eingeladen wird oder schon jetzt eine Absage erhält. Sie sehen, dass diesen Unterlagen somit eine sehr große Bedeutung bei Ihrer Stellensuche beizumessen ist

Was zählt nun alles zu den Bewerbungsunterlagen?

In der Regel erwartet der Bewerbungsempfänger folgendes:

Das Bewerbungsschreiben (oder Anschreiben) im Original (keine Kopie!),

einen maschinen geschriebenen tabellarischen oder (seltener) handgeschriebenen Lebenslauf im Original (keine Kopie!),

ein Bewerberfoto (nicht eingescannt, also: Originalfoto),

als Kopien:

das letzte allgemeinbildende Schulzeugnis, in der Regel das Schulabgangszeugnis, bei Hochschulabsolventen auch Diplom- und evtl. Vordiplomzeugnis,

Arbeitszeugnisse (natürlich nicht bei Berufsanfängern),

sonstige für die Stelle und die damit verbundenen Aufgaben wichtige Qualifikationsnachweise (z. B. Bescheinigungen über die erfolgreiche Teilnahme an berufsnahen Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen, absolvierte Zusatzausbildungen oder Praktika u. ä.).

Achten Sie sehr darauf, dass Sie hier nur die wirklich wichtigen, für die neuen Aufgaben interessanten Qualifikationsnachweise mitschicken. Nicht wenige Bewerber reichen alle möglichen, für die Beurteilung ihrer Eignung völlig überflüssigen Papiere ein - sie zeigen damit nur, dass sie wichtig und unwichtig nicht unterscheiden können!

Manche Unternehmen bitten die Bewerber auch, zum Vorstellungsgespräch die Originale ihrer Zeugnisse oder anderer wichtiger Dokumente mitzubringen.

Hat Ihnen das Unternehmen einen Personalfragebogen o. ä. zugeschickt, z. B. zusammen mit einer Bewerberbroschüre, vergessen Sie nicht, auch diesen (natürlich komplett ausgefüllt) einzureichen.

Selbstverständlich achten Sie darauf, dass sich Ihre Bewerbungsunterlagen in optisch einwandfreier Form befinden

Fassen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen in einem für DIN A 4 Bogen passenden Klarsicht-Klemmhefter (kein Schnellhefter!) ungelocht zusammen. Bei der Reihenfolge beachten Sie:

•   Obenauf kommt das Bewerbungsschreiben,

•   danach ggf. der Personalfragebogen,

•   dann das Deckblatt (wenn vorhanden), Ihr Lebenslauf mit Bewerberfoto.

•   Erst danach kommen die anderen Unterlagen, wie z. B. Arbeitszeugnisse, Nachweise berufsnaher Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen, Schul- und Hochschulzeugnisse

Leider betreiben manche Bewerber bei Verpackung und Versand der Bewerbungsunterlagen einen völlig unnötigen, häufig sogar eher abschreckenden Aufwand. Zum Beispiel kaufen sie im Schreibwarenhandel sog. "Bewerbungsmappen", manchmal auch "Dokumentenmappen" für ihre Unterlagen, stecken jedes Blatt einzeln in eine besondere Klarsichthülle, geben den Umschlag mit den Unterlagen sogar als Wertbrief zur Post. Übertreiben Sie hier nicht. Meist wird solcher Aufwand als „lästig“ empfunden, da er die Handhabung erschwert.

Wenn es nicht zum Abschluss eines Arbeitsvertrages kommt, erhalten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen zurück, lediglich das Bewerbungsschreiben verbleibt beim Empfänger. Ein Rechtsanspruch auf Rücksendung der Unterlagen besteht jedoch nicht, wenn Sie sich unaufgefordert (z. B. Initiativbewerbung) beworben haben, also nicht auf eine Stellenanzeige, nach mündlicher Aufforderung o. ä.

Kommt es zu einer Einstellung, werden die Bewerbungsunterlagen Bestandteil Ihrer Personalakte.

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Blindbewerbung

Die Blindbewerbung ist vor allem bei Schul- und Hochschulabsolventen ein leider immer noch beliebtes Instrument der Stellensuche. Aus Branchen- und Firmenverzeichnissen, Wirtschafts- und Managementmagazinen, aus speziellen Karriere- oder Bewerberratgebern und ähnlichen Quellen werden interessant erscheinende Unternehmen herausgesucht und diesen dann unaufgeforderten Bewerbungen zugeschickt. Manche Bewerber erzählen hier stolz von fünfzig bis einhundert Bewerbungen, die sie "auf Verdacht" und "gut Glück" verschicken in der Hoffnung, dass man schon irgendwo auf Interesse stoßen werde. Dieses Vorgehen wird heute oft auch als "Schrotschussmethode" bezeichnet (allerdings ist die Trefferquote beim wirklichen Schrotschuss weit höher!). Große und bekannte Unternehmen berichten - nur selten mit Freude - von jährlich zwischen fünf- bis zwanzigtausend eingehenden Blindbewerbungen, die größtenteils nicht nur völlig überflüssig sind, sondern auch erheblichen Bearbeitungsaufwand (und Kosten!) für deren Rücksendung verursachen.

Die Blindbewerbung ist heute nur noch in sehr seltenen Ausnahmefällen erfolgreich und grundsätzlich nicht mehr empfehlenswert. Statt einer Blindbewerbung sollten Sie eher die Initiativbewerbung bevorzugen!

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Deckblatt

Das Deckblatt soll eine Einladung zum Lesen sein und einen sinnvollen Zusammenhang zur Bewerbung haben ... oder Sie verzichten lieber darauf!

Ein Deckblatt muss zu einer Bewerbung, zur Stelle und zur Position passen. Sinn und Zweck eines Bewerbungsdeckblatts aus Sicht des Arbeitgebers: Ohne die Mappe erst öffnen zu müssen, kann der Empfänger sofort erkennen, für welche Position Sie sich bewerben. So erleichtern Sie bereits im Personalbüro die richtige Zuordnung.

Aus Sicht des Bewerbers kann ein Deckblatt mehrere Funktionen übernehmen:

  • Es hilft die Bewerbung auffällig zu gestalten um so im Bewerbungsstapel aufzufallen.
  • Es trägt aktiv dazu bei einen positiven ersten Eindruck zu machen!

Wie?

  • …über ein gutes Foto, das den Leser noch vor dem Öffnen der Mappe visuell anspricht
  • …dadurch, das das Bewerbungsdeckblatt eine Inhaltsübersicht für eine schnelle Navigation in der Bewerbung enthält
  • …alle notwendigen Kontaktinformationen enthält: der Leser weiß mit wem er es zu tun hat, noch bevor er die Bewerbungsmappe geöffnet hat

Ein Deckblatt gibt der Bewerbung eine professionelle Note.

 

Angaben auf dem Deckblatt

Wenn Sie ein Deckblatt in Ihre Bewerbung einfügen möchten, schreiben Sie als Titel:

"Bewerbung als <Stellenbezeichnung>"

Weiterhin sollten auf dem Deckblatt Angaben enthalten sein, wie:http://www.profibewerbung.de/images/pdf/musterdeckblatt.pdf

  • Name
  • Anschrift
  • Telefon
  • Ihr Foto
  • evtl. eine Inhalts- oder Anlagenübersicht

Die Angaben zur Person wirken geordnet und strukturiert. Foto und persönliche Daten vermitteln auf den ersten Blick ein anschauliches Bild von der Persönlichkeit des Bewerbers.

Eine Deckblattvorlage können Sie hier herunterladen.

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Eignungstests

Zu den Eignungstests werden unübersehbar viele und verschiedene Tests gezählt, die häufig der wissenschaftlich-psychologisch orientierten Eignungsdiagnostik entstammen oder von Unternehmen und Personalberatungen selbst entwickelt worden sind. Im Rahmen der Bewerberauswahl sollen diese Tests dazu dienen, verlässliche Aussagen über die fachliche, intellektuelle oder persönliche Eignung von Bewerbern zu erhalten, beruflichen Anforderungen im engeren oder weiteren Sinne zu entsprechen. Eignungstests werden meistens ergänzend zu den eher klassischen Methoden der Auswahl eingesetzt.  Der Einsatz dieser Tests ist nicht unumstritten, da sie methodisch oft unausgereift sind und ihren Ergebnissen nicht selten nur Zufallscharakter zu bescheinigen ist. Zur Sicherung gewisser Mindest-Qualitätsstandards gibt es an der mathematisch-statistischen Testtheorie angelehnte Kriterien der fachgerechten Konstruktion und Anwendung von Eignungstests, das sind im Wesentlichen vor allem folgende:

  • Die Tests müssen objektiv sein, d. h. die Bedingungen der Testdurchführung und -auswertung müssen feststehen, immer gleich sein, und unabhängig von den jeweiligen Anwendern oder Auswertenden des eingesetzten Tests muss bei derselben Testperson oder Testgruppe das gleiche Ergebnis erzielt oder reproduziert werden können.
  • Die Tests müssen wirklich auch das untersuchen bzw. messen können, was sie zu messen vorgeben, im Einzelfall z. B. Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit, eine bestimmte Intelligenz (-dimension), Persönlichkeits-/Charaktereigenschaften.
  • Die Tests müssen treffsicher sein, d. h. die Testergebnisse müssen stimmen bzw. ausreichend verlässlich und gültig sein.

Sie sind als Bewerber immer gut beraten, wenn Sie sich vor Teilnahme an einem Eignungstest mindestens über folgendes vom Unternehmen bzw. vom Testleiter oder von der den Test durchführenden Person informieren lassen:

  • Welche Tests werden mit welchen Zielen durchgeführt?
  • Erfüllen die Tests die o. g. Testkriterien?
  • Was genau soll mit Hilfe der Tests untersucht oder gemessen werden?
  • Sind die mit Durchführung und Auswertung der Tests beauftragten Personen genügend qualifiziert, verfügen sie z. B. über ein abgeschlossenes Fachstudium?
  • Wer kann/darf die Testergebnisse einsehen?
  • Wo verbleiben die Testunterlagen und Testergebnisse, z. B. werden sie vernichtet, evtl. Bestandteil der Personalakte?
  • Wieweit gehen die Testergebnisse in die Beurteilung des Bewerbers und seiner Eignung für die zu besetzende Stelle ein?
  • Werden auch dem Bewerber die Testergebnisse mitgeteilt und erläutert?

Ein seriöses Unternehmen wird Sie übrigens von sich aus über diese Fragen informieren! Erhalten Sie auf nur eine Frage keine für Sie befriedigende Antwort, sollten Sie sich Ihre Testteilnahme gut überlegen. Grundsätzlich muss vor Ihrer Testteilnahme Ihre Einwilligung hierzu vorliegen. Einige Unternehmen lassen daher von den Bewerbern eine schriftliche Einwilligungserklärung unterschreiben. Diese Schriftform ist aber nicht zwingend erforderlich, da Ihre freiwillige, widerspruchsfreie Teilnahme am Test als stillschweigendes Einverständnis zu werten ist. Sie sind natürlich nicht verpflichtet, an einem Test teilzunehmen, befinden sich allerdings in einer Zwangslage: Eine Ablehnung kommt praktisch einer Rücknahme Ihrer Bewerbung gleich! Wenn Sie an Tests teilnehmen, achten Sie aber besonders auf folgende 5 Punkte:

  • Gehen Sie nicht ängstlich oder aufgeregt an Tests heran, bleiben Sie soweit wie möglich ruhig und gelassen (nehmen Sie vorher oder während des Tests aber auf keinen Fall irgendwelche Beruhigungsmittel zu sich, auch keine alkoholischen Getränke!).
  • Sprechen Sie während der Testbearbeitung weder laut noch leise vor sich hin, sprechen Sie auch nicht mit anderen Testteilnehmern. Meinen Sie, eine Frage stellen zu müssen, stellen Sie diese direkt der Person, die den Test durchführt oder die Aufsicht führt.
  • Nutzen Sie keine anderen als die zugelassenen Hilfsmittel. Schreiben Sie nicht bei anderen Testteilnehmern ab - häufig werden auch, für Sie nicht erkennbar, in einem Test unterschiedliche Testvarianten eingesetzt, so dass Sie falsche Ergebnisse abschreiben würden.
  • Sind Sie mit einer Aufgabe oder einem Test vor Ablauf der Zeit fertig, werden Sie nicht unruhig oder schauen sichtlich gelangweilt umher - gehen Sie evtl. noch einmal die Aufgaben zur Kontrolle durch.
  • Vermeiden Sie bei der Testbearbeitung sowohl Übereile, Hektik wie auch Trägheit, gehen Sie aber zügig vor. Auch unter Zeit- und Leistungsdruck im Test gilt: Bleiben Sie ruhig und gelassen.

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Elektronische Bewerbung

Viele Unternehmen geben heute Stellenangebote direkt oder über sog. "Job Börsen" ins Internet. Wer sich auf ein solches "Internet-Stellenangebot" bewerben will, sollte dies jedoch nicht in jedem Fall auch übers Internet, als E-Mail, tun. Die Unternehmen erwarten hier meistens immer noch die klassische Bewerbung in Form einer ordentlichen Bewerbungsmappe, häufig selbst dann, wenn im Angebot eine E-Mail-Anschrift angegeben ist. Diese Anschrift soll meistens nur der ersten Kontaktaufnahme dienen, dem Bewerber z. B. die Möglichkeit geben, nähere Informationen zum Stellenangebot zu bekommen. Mitunter ist das Stellenangebot mit einem "Online-Fragebogen" verbunden, den Interessenten zunächst beantworten müssen. Daraufhin erfolgt eine Vorauswahl geeigneter Kandidaten und ggf. nach einigen Tagen die Bitte, komplette Bewerbungsunterlagen einzureichen. Werden im Internet-Stellenangebot "Online-Bewerbungen" aber ausdrücklich erwünscht, kann Ihre Bewerbung natürlich per E-Mail, mit eingescannten Zeugnissen und Digital-Bewerberfoto auf die Reise gehen. Vorwiegend Unternehmen aus den Branchen Telekommunikation und IT bieten diese Möglichkeit heute gern an.

Beachten Sie dabei aber einige besondere Punkte:

  • Machen Sie gleich in der Subjektzeile ganz deutlich, dass es sich bei Ihrer E-Mail um eine Bewerbung handelt.
  • Ihre normale Postanschrift, Telefon- und Faxnummer gehören auch in eine E-Mail-Bewerbung.
  • Bewerben Sie sich aus einem noch bestehenden Beschäftigungsverhältnis heraus, sollten Sie Ihren privaten Heimcomputer nutzen, nicht den PC Ihrer Firma.
  • Schicken Sie Dokumente (z. B. Ihren Lebenslauf) als Anhang (Attachment) mit, es hat sich eingebürgert, Anhänge als PDF-Datei zu versenden, da diese Dokumente in der Regel „geschlossen“ sind (es kann keiner darin herumfummeln) und, was viel wichtiger ist, systemunabhängig (Win XP, Win 7, Linux, Unix etc.) gelesen werden können.
  • Achten Sie auch hier - genau wie bei einer konventionellen Bewerbung - auf Formalien, z. B. korrekte Anrede (evtl. Name eines Ansprechpartners), Rechtschreibung, Schreibstil, übersichtliche Gliederung der Angaben.
  • Schicken Sie eine E-Mail-Bewerbung nicht in Form einer Blindbewerbung als "Massen-Wurfsendung" durchs Internet.

Bedenken Sie aber: Grundsätzlich sind auch heute E-Mail-Bewerbungen nur als Ausnahme von der Regel anzusehen.

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Initiativbewerbung

Stellenangebote in den Printmedien, im Internet oder bei den Arbeitsämtern repräsentieren erfahrungsgemäß nur einen Teil des Personalbedarfs der Unternehmen

Im Gegensatz zur heute nicht mehr empfehlenswerten Blindbewerbung richtet sich die Initiativbewerbung somit an sehr gezielt ausgesuchte Unternehmen, bei denen sich die Bewerber vor Absendung einer Bewerbung telefonisch über den tatsächlichen aktuellen oder zukünftigen Bedarf an Mitarbeitern ihrer Qualifikation informiert haben.

So können Sie vorgehen:

  • Ermitteln Sie Branchen und Unternehmen, die für Ihre Bewerbung in Frage kommen könnten. Nutzen Sie dabei möglichst sehr viele und verschiedene Quellen
  • Stellen Sie als Ergebnis dieser Aktivitäten eine Liste für Sie interessant scheinender Unternehmen zusammen.

Jetzt tun sich manche Bewerber oft schwer oder sie wollen evtl. am falschen Ende sparen: Sie nicht, rufen Sie die Unternehmen an!

Fragen Sie sich zur Personalabteilung oder zur entsprechenden Fachabteilung durch. Sind Sie endlich mit einem zuständigen Mitarbeiter verbunden, sagen Sie ihm kurz, als was, wofür und warum Sie sich gern bewerben würden, skizzieren Sie knapp und verständlich Ihre Qualifikationsschwerpunkte. Gut ist es, wenn Sie dieses Telefongespräch schon als ein kurzes "Vor-Vorstellungsgespräch" betrachten und sich entsprechend vorbereiten.

Daher: Nicht durch langatmiges Fragen oder umständliche Erklärungen Zeit und Geduld des Gesprächspartners strapazieren, auch keine Selbstbeweihräucherung, kein belästigendes Aufdrängen, nicht Mitleid erwecken wollen. Ein "heißer Tipp" aus der Praxis: Häufig macht sich Ihr Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung Notizen, mit denen erste Eindrücke festgehalten werden, diese liegen dann evtl. später, bei der Durchsicht Ihrer Bewerbungsunterlagen auch auf dem Schreibtisch.

Hat das Unternehmen tatsächlich aktuell oder in naher Zukunft Bedarf und wirken Sie interessant / geeignet, wird man Sie bitten, Ihre Bewerbungsmappe oder eine Kurzbewerbung einzureichen. Fassen Sie am Ende des Telefonats die wesentlichen Punkte und das weitere Vorgehen noch einmal zusammen (WER macht WAS WIE bis WANN), und bedanken Sie sich beim Gegenüber für die aufgewandte Zeit.

Gibt es keinen Bedarf, haben Sie zumindest Schreib- und Portokosten gespart sowie ein Absageschreiben weniger und die damit verbundene Enttäuschung vermieden.

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Lebenslauf

Die meisten Bewerbungsempfänger betrachten den Lebenslauf neben dem Bewerbungsschreiben als wichtigsten Bestandteil der Bewerbungsunterlagen. Erwartet wird heute fast ausschließlich der tabellarische Lebenslauf in maschinenschriftlicher Form (Drucker, Schreibmaschine). Der handgeschriebene Lebenslauf in Aufsatzform dagegen wird vornehmlich nur bei der Einstellung von Auszubildenden, hin und wieder noch im öffentlichen Dienst sowie bei der Besetzung von herausgehobenen Führungspositionen verlangt. Je nach Alter und Berufserfahrungen der Bewerber umfassen tabellarische Lebensläufe meistens ein bis drei Seiten DIN A 4 (einseitig beschrieben!), in der Regel sind es zwei Seiten. Ihr Lebenslauf sollte die folgenden Informationen übersichtlich, klar und verständlich enthalten:

  • Persönliche Daten: Hierzu zählen Name, Geburtstag und -ort, Wohnort, Familienstand (ggf. Name und Beruf des Ehepartners sowie Zahl und Alter der Kinder). Vermeiden Sie beim Familienstand die Bezeichnung "nicht verheiratet", dies ist unklar, geben Sie konkret an: ledig, geschieden oder verwitwet.
  • Schulischer Werdegang: Führen Sie in chronologischer Reihenfolge Art (z. B. Realschule, Handelsschule) und Zeiträume der von Ihnen besuchten Schulen an, machen Sie deutlich, welchen höchsten Schulabschluss Sie erreicht haben.

Bei älteren und berufserfahrenen Bewerbern, mitunter aber auch bei Berufsanfängern, wird es akzeptiert, wenn nur angegeben wird, wann welcher Schulabschluss an welcher Schule erreicht worden ist.

Sie brauchen hier also nicht alle von Ihnen besuchten Schulen anzugeben, so könnten Sie z. B. nur schreiben:

7/1989 Allgemeine Hochschulreife an der Landrat-Lucas-Schule in Leverkusen.

•   Berufsausbildung: Haben Sie eine Lehre o. ä berufliche Ausbildungen absolviert, geben Sie hier Zeitraum und Art der Ausbildung sowie den Namen des Ausbildungsunternehmens an, natürlich den erreichten Abschluss, z. B. Geselle, Meister, Techniker und die Prüfungsinstanz (IHK, HWK). Beispiel:

8/1988 - 7/1991 Ausbildung zum Elektroinstallateur bei der Fa. Hugo Steffens GmbH in Landau/Pfalz

Abschluss: Elektroinstallateur (HWK)

9/1995 - 3/1997 Besuch des "Technik Kolleg Georg Ohm" in Halle (Abendschule), Abschluss: "Staatl. geprüfter Technik-Betriebswirt"

•   Studium: Geben Sie Studiendauer (Beginn/Ende), Fachgebiet, ggf. Studienschwerpunkte, Name der Hochschule und den erreichten Abschluss an. Sind Sie Studienfachwechsler, haben Sie an verschiedenen Hochschulen studiert oder sind Sie Studienabbrecher, sollte auch dies aus dem Lebenslauf hervorgehen. Beispiel:

10/1990 - 4/1995 Studium des Maschinenbaus, Schwerpunkt Konstruktionstechnik, an der Technischen Hochschule in Aachen, Abschluss "Diplom-Ingenieur".

Thema der Diplomarbeit: "Schwingungsanomalien an Zugankerdämpfungen"

•   Praktika: Sollten Sie ein Praktikum absolviert haben, dokumentieren Sie auch dieses über die Angabe von Zeitraum, Art des Praktikums und Name des Unternehmens. Beispiel:

8-9/1993 Praktikum im Fachlabor für lasergestützte Kalibrierung, Fa. Peters & Söhne Meßsysteme GmbH, Hohenstein/Sachsen

•   Beruflicher Werdegang/Berufstätigkeiten: Hier werden in chronologischer Form Angaben über Zeiträume, Art und wesentliche Inhalte Ihrer Arbeitsverhältnisse sowie die Namen Ihrer Arbeitgeber erwartet. Gibt es Zeiten einer Arbeitslosigkeit, geben Sie auch diese an. Natürlich müssen Sie auch Beginn, Art und die wesentlichen Aufgaben Ihres derzeitigen Beschäftigungsverhältnisses anführen. Es ist ganz besonders wichtig, dass sich der Leser darüber ein klares, eindeutiges Bild machen kann. Erstaunlich ist es, wie oft in der Bewerbungspraxis diese Angaben nur vage bleiben. Es genügt also nicht, z. B. zu schreiben: "Seit 04/1996 Projektleiter bei Fa. Offshore Drill Systems AG, Wilhelmshaven". Besser wäre die Angabe: "...Projektleiter für die Konstruktionsplanung hydro-pneumatisch betriebener Bohrsysteme bei...".

Es sollte schon erkennbar sein, für welches Aufgabengebiet Sie zuständig sind (evtl. auch die damit verbundenen wesentlichen Kompetenzen, Verantwortlichkeiten u. ä. angeben). Selbst wenn Sie Arbeitszeugnisse oder Zwischenzeugnisse beilegen, aus denen solche Informationen genauer hervorgehen, erwartet man doch im Lebenslauf etwas ausführlichere Angaben über Ihre Berufstätigkeiten - insbesondere die derzeitigen. Läuft das derzeit bestehende Beschäftigungsverhältnis wegen Kündigung oder Ablauf eines zeitlich befristeten Arbeitsverhältnisses in absehbarer Zeit aus, ist es für viele Bewerber häufig eine "Gewissensfrage", ob Sie darauf jetzt schon hinweisen oder erst einmal bis zu einem möglichen Vorstellungsgespräch abwarten sollen.

•   Besondere Kenntnisse und Erfahrungen, Weiterbildungen: Hier können Sie alle beruflichen oder berufsnahen Erfahrungen, Kenntnisse oder erworbenen Qualifikationen angeben, die über den üblichen Stand hinausgehen und Ihre Eignung für die zu besetzende Stelle noch unterstreichen. Sehr positiv wird es bewertet, wenn der Bewerbungsempfänger daran erkennen kann, dass Sie aktiv und systematisch Ihre Berufspersönlichkeit weiterentwickelt haben und z. B. fachlich nicht auf der Stelle treten. In diese Rubrik fallen auch Auslandserfahrungen, Fremdsprachenkenntnisse, Seminare zur Stärkung Ihrer Führungs-, Kommunikations- und Motivationsfähigkeiten u. ä.

•   Hobbys, Freizeitinteressen, Mitgliedschaften: Es ist nicht ganz unumstritten, bei Bewerbern wie Bewerbungsempfängern, ob Angaben zu Hobbies u. ä. überhaupt in den Lebenslauf gehören. Die Bewerbungspraxis zeigt uns allerdings, dass ein Großteil der Bewerber hierauf eingeht. Der Empfänger schaut hier eher nach Tendenzen, speziell ob Sie eher ein „Einzelkämpfer“ oder ein „Teamplayer“ sind. Auch hier gilt: Vorsicht vor Widersprüchen: Wenn Sie in Ihrem Anschreiben behaupten, sie seien ein guter Teamplayer, und als Hobbies geben Sie ausschließlich Einzelaktivitäten (Lesen, Radfahren, Schwimmen) an, passt das nicht zusammen.

Achten Sie darauf, dass Ihr Lebenslauf hinsichtlich seiner äußeren Form, Gliederung und optischen Gestaltung übersichtlich angelegt ist sowie keine sichtbaren Beschmutzungen (z. B. Reste von Tabakasche) u. ä. aufweist. Für jede Bewerbung muss selbstverständlich ein eigener Lebenslauf angefertigt werden, Sie dürfen nicht (was tatsächlich mitunter deutlich erkennbar vorkommt) ein mit einer Absage zurückerhaltenes Exemplar mehrmals verwenden.

Am Ende wird der Lebenslauf mit Angabe von Ort und Datum unterschrieben (nicht in Druckschrift!). Unterschreiben Sie so, wie Sie Wichtiges üblicherweise unterschreiben, d.h. mit ausgeschriebenem Vornamen.

Eine Lebenslauf-Vorlage erhalten Sie hier !

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Praktikum

Ein Praktikum soll zum Erwerb berufspraktischer Kenntnisse und Erfahrungen in einem Unternehmen beitragen. Häufig ist es auch eine in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebene oder zumindest empfohlene ausbildungsähnliche Phase während eines Studiums an einer Hochschule.

Aber auch aus eigenem Antrieb absolvieren vor allem Studenten in den Semesterferien gern ein Praktikum in einem Unternehmen ihrer Wahl. Neben der praktischen Verfestigung oder Überprüfung des bisher erworbenen theoretischen Wissens steht dabei oft der willkommene "Nebeneffekt" einer bezahlten Erwerbstätigkeit im Mittelpunkt. Viele Unternehmen betrachten inzwischen das Praktikum als wichtiges Instrument, schon frühzeitig geeignete Zielgruppen und potentielle Bewerber bzw. Mitarbeiter anzusprechen, auszuwählen und ans Unternehmen zu binden. In jedem Fall sind Praktika, möglichst auch im Ausland absolvierte, im Lebenslauf eines studentischen oder gerade "frisch diplomierten" Bewerbers wichtige Pluspunkte.

Lassen Sie sich vom Unternehmen eine Praktikumsbescheinigung ausstellen, aus der Dauer des Praktikums, Art Ihrer Mitarbeit und Aufgaben/Tätigkeiten sowie evtl. auch eine Beurteilung Ihrer Leistungen hervorgehen. Dies wird leider von vielen Praktikanten (und Unternehmen) nach Abschluss des Praktikums vergessen, so dass später in den Bewerbungsunterlagen entsprechende Nachweise häufig fehlen.

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Probearbeitstag

Die Entscheidung für einen bestimmten Beruf oder für einen Wechsel zu einem anderen Unternehmen fällt meistens nicht ganz leicht, regelmäßig ist ein Stellenwechsel auch mit einem Risiko verbunden. Vielleicht fragen Sie sich beispielsweise auch: Wie sind die neuen Kollegen, stimmt dort das Betriebsklima, welche neuen Anforderungen kommen dort fachlich oder persönlich wirklich auf mich zu, was für ein Typ ist der neue Chef, was bringt mir der Stellenwechsel alles in allem?

Zur Erleichterung der Bewerberentscheidung für oder gegen die neue Stelle bieten daher manche Unternehmen geeigneten Bewerbern einen Probearbeitstag an. Der Bewerber kann hier in der Regel begrenzt auf 1 bis 5 Tage und gegen Entgelt Arbeitsplatz und Aufgaben, Kollegen, Vorgesetzte usw. kennen lernen. Für Sie als Bewerber ist diese Möglichkeit sehr hilfreich, Ihre Entscheidung wird damit zumindest ein wenig sicherer, fundierter. Wenn diese Chance sich bietet, sollten Sie sie nutzen, evtl. auch von sich aus danach fragen, z. B. nach einem für Sie erfolgreichen Vorstellungsgespräch dieses Thema aufgreifen. Mit dem Probearbeitstag wird natürlich noch kein Probearbeitsverhältnis oder gar ein festes Beschäftigungsverhältnis begründet!

Wenn Sie aus einem noch bestehenden Arbeitsverhältnis wechseln möchten, prüfen Sie auch, ob sich daraus evtl. Hindernisse für einen Probearbeitstag bei einem anderen Unternehmen ergeben könnten, sprechen Sie ggf. mit Ihrem derzeitigen Arbeitgeber darüber!

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Probezeit

Nachdem Ihre Bewerbung erfolgreich war und Sie eine Einstellungszusage bekommen haben, wollen Sie sich oder Ihr neuer Arbeitgeber in aller Regel noch nicht sofort auf unbestimmte Zeit binden. Der Arbeitgeber wird zunächst prüfen wollen, ob Sie wirklich fachlich oder persönlich der passende Mitarbeiter sind, seine Personalauswahl also richtig gewesen ist. Sie wollen wahrscheinlich erst einmal genauer sehen, was im Unternehmen nun auf Sie zukommt, wie die fachlichen, sozialen und menschlichen Verhältnisse an Ihrem neuen Arbeitsplatz und im Unternehmen sich im Arbeitsalltag wirklich darstellen.

Zu diesem Zweck wird im Arbeitsvertrag in der Regel eine Probezeit bzw. ein Probearbeitsverhältnis vereinbart werden. In der Praxis werden hier meistens zwei Möglichkeiten genutzt:

  • Ein auf die Probezeit befristetes Arbeitsverhältnis: Dieses Arbeitsverhältnis endet mit Ablauf der vereinbarten Zeitdauer (max. 6 Monate). Wollen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber weiterhin binden, muss anschließend ein neuer, jetzt unbefristeter Arbeitsvertrag geschlossen werden.
  • Der Abschluss eines unbefristeten Arbeitsvertrages, wobei die erste Zeit (in der Regel drei, mitunter auch bis max. sechs Monate) als Probezeit mit Verkürzung der Kündigungsfristen auf die Mindestfristen (meistens 4 Wochen zum Monatsende) und unter Ausschluss der Vorschriften des Kündigungsschutzgesetzes gilt. Diese Möglichkeit wird erfahrungsgemäß am häufigsten gewählt.

Grundsätzlich soll die Probezeit es beiden Seiten erleichtern, das Arbeitsverhältnis jederzeit, kurzfristig und ohne Angabe von Gründen zu lösen. Die Kündigung schon während der Probezeit kann jedoch für den Mitarbeiter im Hinblick auf eine erneute Stellensuche gewisse Nachteile mit sich bringen: Wenn Sie z. B. den Eindruck haben, doch nicht den richtigen Arbeitgeber gefunden zu haben und noch in der Probezeit das Beschäftigungsverhältnis beenden wollen, bedeutet dies fast immer einen erklärungsbedürftigen "Bruch" im Lebenslauf.

Aus diesem Grunde versuchen manche neue Mitarbeiter das Arbeitsverhältnis doch möglichst ein bis zwei Jahre fortzuführen und erst dann einen Stellenwechsel zu versuchen. Von daher sollten Sie spätestens im Vorstellungsgespräch immer danach fragen, wie die Probezeit inhaltlich konkret gestaltet wird und welche Einarbeitungsmaßnahmen im Einzelnen vorgesehen sind.

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Schlüsselqualifikationen

Als Schlüsselqualifikationen (oder auch "extrafunktionale Qualifikationen") werden Fähigkeiten von Bewerbern oder Mitarbeitern bezeichnet, die über das eigentliche, engere berufliche Wissen und Können hinaus für die erfolgreiche Bewältigung ihrer beruflichen Aufgaben von großer Bedeutung sind.

Zu solchen Fähigkeiten zählen z. B. vor allem:

  • Problemlösungskompetenz
  • Lernfähigkeit
  • Eigeninitiative
  • Selbstmanagement
  • geistige Flexibilität
  • Teamfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • bei Führungskräften auch Führungs- und Motivationsfähigkeiten

Nicht zuletzt wegen der oft raschen Veränderungen der Inhalte und Qualifikationsanforderungen zahlreicher Berufe oder ganzer Berufsgruppen und der damit verbundenen Forderungen nach lebenslangem beruflichen Lernen sind Schlüsselqualifikationen (z. B. Lernfähigkeit, Eigeninitiative) immer wichtiger geworden. Schon seit langem ist daher deren Vermittlung und Stärkung ein besonderes Anliegen von Personalentwicklung sowie beruflicher Aus- und Weiterbildung.

In der Praxis ist es jedoch meistens sehr schwierig, ausreichend genau zu erklären und festzulegen, welche Schlüsselqualifikationen, in welcher Weise oder mit welchen Gewichtungen für die jeweilige Stelle und die mit ihr verbundenen Aufgaben von Bedeutung sind. Die Auswahlsicherheit kann im konkreten Fall daran nicht unerheblich leiden!

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Stellengesuch

Das Stellengesuch ist eine aktive Form der Stellen- bzw. Arbeitsplatzsuche von Personen, die einen neuen Arbeitsplatz suchen oder als Berufsanfänger ihren Ersteinstieg in die Berufspraxis planen.

Stellengesuche können Sie in dafür vorgesehene Rubriken großer überregionaler Tageszeitungen, regionaler Tageszeitungen und in manchen Fachzeitschriften platzieren. Die Verlage übersenden Ihnen auf Anforderung die entsprechenden Anzeigen-Preislisten.

Ganz besonders interessant sind für Sie heute die Möglichkeiten, die im Internet über sog. Jobbörsen, Stellenbörsen u. ä. angeboten werden. Sie können hier, also auf "elektronischem Wege", ein Stellengesuch veröffentlichen, dass - je nach Anbieter und Ihren Wünschen - für einen kürzeren oder längeren Zeitraum abgerufen werden kann. Einige Bewerber verfügen auch über eine Homepage, auf die sie in einem Stellengesuch hinweisen. Dies bedeutet natürlich, dass die „Zielpersonen“ (Personalchefs) diese auch finden müssen, was sich in der Regel als Hemmschuh erweist.

Insgesamt betrachtet kann man leider feststellen, dass Stellensuchende immer noch eher zurückhaltend die Chancen eines Stellengesuches nutzen.

Beachten sollten Sie auf jeden Fall immer folgendes:

  • Nutzen Sie ein Medium, das in Ihrer Berufsgruppe (z. B. Ingenieure) oder dem angestrebten Wirtschafts- oder Beschäftigungsbereich (z. B. Industrie, EDV) bekannt und auch verbreitet ist.
  • Wählen Sie nicht aus übertriebener Sparsamkeit ein zu kleines Anzeigenformat.
  • Wählen Sie eine Überschrift und einen Textanfang, die Ihr Stellengesuch deutlich genug von anderen abheben und erkennen lassen, welche Stelle Sie suchen und/oder für welches Arbeits-/Aufgabengebiet Sie sich interessieren.
  • Nennen Sie im Text kurz und deutlich Ihre wichtigsten persönlichen und beruflichen Daten (z. B. Alter, Studium, derzeitige Tätigkeiten).
  • Heben Sie ggf. Ihre besonderen, für die angestrebten Aufgaben interessanten Qualifikationen/Erfahrungen/Erfolge hervor.
  • Vermeiden Sie alles, was nach Eigenlob und übertriebenem Ehrgeiz oder Selbstbewusstsein aussieht.

Erleichtern Sie dem Leser Ihres Stellengesuches die Kontaktaufnahme zu Ihnen. Daher sollten Sie möglichst Ihre Fax-Nummer oder - sofern vorhanden - Ihre E-Mail-Adresse angeben. Von der Angabe Ihrer Telefonnummer raten wir dagegen ab.

Übrigens: Die dafür entstehenden Kosten sind steuerlich absetzbar!

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Stellenanzeige

Die Stellenanzeige ist für die meisten Unternehmen das am häufigsten genutzte Instrument der Personalwerbung und Personalbeschaffung.

Für jeden, der über einen Stellenwechsel eine berufliche Veränderung anstrebt oder als Schul- oder Hochschulabgänger den beruflichen Ersteinstieg sucht, gehört die systematische Beachtung und Auswertung von Stellenanzeigen zum Pflichtprogramm. Stellenanzeigen erscheinen in Printmedien, vor allem in den Wochenendausgaben der regionalen und überregionalen Tageszeitungen, darüber hinaus aber auch in den meisten Fachzeitschriften sowie in besonderen Publikationen für Berufseinsteiger, z. B. Studenten. In den letzten Jahren bietet sich einem Stellenangebot auch ein neuer, sehr interessanter Weg: Die Aufnahme ins Internet, manchmal auch kombiniert mit einer gleichzeitigen Veröffentlichung in Printmedien, z. B. in Fachzeitschriften.

Inzwischen gibt es schon viele Anbieter im Internet, die als sog. "Online-Jobbörsen" oder "Internet-Stellenmärkte" Stellenangebote von Unternehmen aufnehmen, in der Regel auch differenziert nach nationalen und internationalen Stellenangeboten, nach bestimmten Berufsgruppen oder nach Beschäftigungsbereichen.

Erfahrungsgemäß neigen viele Bewerber dazu, die in einem Stellenangebot genannten Qualifikationsanforderungen sehr zu ihren Gunsten zu "interpretieren", deshalb:

Lesen Sie das Angebot ganz genau, versuchen Sie eine möglichst objektive Bewertung dessen, was vom Bewerber erwartet wird hin und wieder erledigt sich nach dem 2. Lesen die Bewerbungsabsicht.

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Stellensuche

Die Suche nach einer Stelle bzw. einem Arbeitsplatz wird von vielen bis heute noch recht eindimensional betrieben: So sind die "Durchforstung" von Stellenanzeigen und evtl. die Arbeitsvermittlung oder Arbeits- und Berufsberatung durch das Arbeitsamt leider häufig die einzig genutzten Wege. Bei der Stellensuche müssen Sie jedoch aktiv sehr viele Möglichkeiten, vor allem parallel und gleichzeitig - also nicht erst dann, wenn sich ein Weg als Sackgasse erwiesen hat - nutzen!

Stellenanzeigen und Arbeitsämter bieten Ihnen beispielsweise nur Einblick in den sog. "offenen Arbeitsmarkt". Das sind Unternehmen, die derzeit konkreten Einstellungsbedarf haben und offen Stellen ausschreiben bzw. anbieten.

Gerade Großunternehmen (DAX 100) beschränken sich inzwischen häufig darauf, offene Stellen ausschließlich auf der eigenen Homepage zu veröffentlichen (Stichwort Karriere oder Jobs), da diese davon ausgehen, dass am Unternehmen interessierte Bewerber zuerst dort recherchieren.

Noch eine ganz besondere, meistens nur wenig beachtete Möglichkeit dürfen Sie nicht unterschätzen: Kontakte zu Unternehmen über Mitgliedschaften in Berufs- oder Fachverbänden - oder in vergleichbaren Studentenvereinigungen. So gibt es z. B. für Ingenieure sowie Volks- und Betriebswirte interessante berufsständische Vereinigungen, die neben der Behandlung engerer berufsfachlicher Themen zahlreiche Veranstaltungen (z. B. Firmenbesuche, Tagungen, Vorträge) zur Kontaktpflege unter den Mitgliedern sowie zur Berufspraxis anbieten. Hier ergeben sich für aktive Mitglieder oft Gelegenheiten, Beziehungen zu potentiellen Arbeitgebern anzuknüpfen - damit evtl. auch zum latenten oder verdeckten Arbeitsmarkt!

Eine weitere Möglichkeit ergibt sich über den Besuch von Fachmessen o. ä. Ausstellungen. Hier können an den Messeständen mit den jeweiligen Fachvertretern der ausstellenden Unternehmen häufig auch recht zwanglos Gespräche über "Personalthemen" geführt werden, wichtige Informationen zur gezielten Platzierung einer Initiativbewerbung oder interessante Tipps zur Karriere- und Bewerbungsstrategie gewonnen werden.

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Vorstellungsgespräch

Werden Sie nach Eingang Ihrer Bewerbung oder evtl. nach einem Eignungstest zum Vorstellungsgespräch eingeladen, haben Sie erst einmal Grund zur Freude: Erfahrungsgemäß schaffen es in aller Regel weniger als 10 % der Bewerber oder nur ca. 3 bis 5 Bewerber je Stelle, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Nutzen Sie die Zeit bis zum Gesprächstermin daher, sich gründlich darauf vorzubereiten. Oft steht bei Bewerbern die "Kleiderfrage" am Anfang des Nachdenkens. Es gibt hier keine festen Regeln, grundsätzlich gilt aber, dass die angestrebte Stelle, deren Aufgaben und Rahmenbedingungen sowie Ihre Persönlichkeit den Ausschlag zur Lösung dieser Frage geben sollten. Harmoniert Ihr "Outfit" mit diesen Punkten, dürften Sie optisch einen guten Eindruck hinterlassen.

Denken Sie daran, pünktlich zum Termin zu erscheinen. Vermeiden Sie es, in letzter Minute, vielleicht sogar abgehetzt zu erscheinen. Pünktlich sind Sie, wenn Sie 5 bis 10 Minuten vor dem Termin da sind.

Selbstverständlich haben Sie sich vorher auch soweit wie möglich über das Unternehmen informiert: Gründungsjahr, Entwicklung und Größe, Angebotspalette, Marktstellung, strategische Ausrichtung u. ä. sind Punkte, über die sich Bewerber informieren sollten.

Was erwartet Sie nun im Vorstellungsgespräch?

Zunächst: Man will Sie ganz einfach persönlich etwas näher kennen lernen, einen Eindruck von Ihrem Äußeren, Ihrem Verhalten (vor allem Körpersprache!) und Ihren Ansichten gewinnen. Im Hintergrund steht hier oft die Frage, ob Sie auch von Ihrer "Persönlichkeit" her ins Unternehmen, das Team usw. passen könnten. Im Wesentlichen geht es natürlich darum, Sie fachlich einzuschätzen und Informationen zu erhalten.

Nach einer kurzen "Aufwärm- oder Einstiegsphase" stehen in einem Vorstellungsgespräch vor allem folgende Themenkreise im Mittelpunkt:

  • Motive für die Bewerbung, das Interesse an der Stelle oder - bei Berufsanfängern - die Berufswahl
  • Informationsstand über das Unternehmen
  • Verläufe und Inhalte von Schul- und Berufsausbildungen, Praktika und Studium, Studienschwerpunkte, besondere Aktivitäten während des Studiums
  • Derzeitige und ggf. frühere berufliche Aufgaben, hier erworbene Kenntnisse und Erfahrungen, Fort- und Weiterbildungen, berufliche Stärken, Schwächen, Erfolge und Misserfolge
  • Privater Hintergrund, Hobbies und Interessen
  • Erwartungen an Beruf, Stelle, Aufgaben und berufliche Entwicklung
  • Gehaltsvorstellungen

Ihre Gesprächspartner werden versuchen, mit Hilfe passender Fragen zu diesen Themenkreisen von Ihnen Informationen und Eindrücke zu erhalten. Erwarten Sie in der Regel aber kein einseitiges "Frage-Antwort-Spiel". Ihre Gesprächspartner werden meistens bemüht sein, ein freundliches, entspanntes Gesprächsklima zu schaffen, mit Ihnen einen Dialog aufzubauen, Ihnen somit auch ausreichend Gelegenheit zu geben, sich darzustellen, Fragen zu stellen oder im Gespräch evtl. auftretende Unklarheiten zu klären. Nutzen Sie diese Möglichkeiten auch!

Negativ wirkt es jedoch immer, wenn Bewerber Fragen stellen, die zeigen, dass sie sich im Vorfeld nicht richtig auf das Gespräch vorbereitet haben.

Über die folgenden wichtigen Fragen oder Punkte sollten Sie sich als Bewerber immer im Verlauf des Vorstellungsgesprächs informieren lassen:

  • Was wird von Ihnen fachlich und persönlich genau erwartet?
  • Wie sieht Ihr künftiges Tätigkeitsfeld/Aufgabengebiet aus, welche besonderen Schwerpunkte oder Anforderungen existieren?
  • Gibt es evtl. eine schriftlich fixierte Stellenbeschreibung, wie aktuell ist sie?
  • Ist eine Einarbeitungszeit vorgesehen, wie wird sie gestaltet, welcher Zeitraum ist dafür vorgesehen?
  • Was geschieht nach der Einarbeitungszeit, wie wird es weitergehen?
  • Wie lange dauert die Probezeit?
  • Wie ist Ihr Aufgabengebiet bzw. die entsprechende Organisationseinheit (z. B. Gruppe, Abteilung) in die Gesamtorganisation eingebunden, gibt es evtl. einen Organisationsplan, wie aktuell ist er?
  • Welche Mitarbeiter (z. B. Zahl, Qualifikation) und welche sachlichen Hilfsmittel gehören zum Aufgabengebiet bzw. zur Organisationseinheit?
  • Mit welchen Personen oder Stelleninhabern werden Sie vor allem zu tun haben, gibt es evtl. auch wichtige externe Kontakte?
  • Mit wem war die Stelle ggf. bisher besetzt, was macht der Stelleninhaber heute oder in Zukunft?
  • Wem sind Sie fachlich und disziplinarisch unterstellt, wem ggf. überstellt?
  • Gibt es im Unternehmen bestimmte Führungs- oder Unternehmensgrundsätze bzw. -leitbilder, seit wann, sind sie schriftlich fixiert, wie wird deren praktische Umsetzung sichergestellt?
  • Gibt es ein Beurteilungssystem, wie wird es angewandt?
  • Welche Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung werden angeboten, wie können sie genutzt werden?
  • Welche Entwicklungsmöglichkeiten werden Ihnen im Unternehmen oder in Ihrem Arbeitsbereich grundsätzlich angeboten?
  • Wie hoch ist Ihr Einstiegsgehalt, wie kann die gehaltliche Entwicklung weitergehen, welche einkommenswerten Leistungen oder Zusatzleistungen gibt es?
  • Sofern bei der Stellenbesetzung der Betriebsrat ein Mitwirkungs- oder Mitbestimmungsrecht hat: Ist er entsprechend informiert bzw. beteiligt worden, wie steht er zur Besetzung?
  • Zu welchem Termin ist die Stellenbesetzung ganz konkret vorgesehen?

Diese "Fragen- oder Checkliste" kann natürlich nicht vollständig sein, nur einige wichtige, in den meisten Fällen bedeutsame Punkte aufzeigen. Sie sollten sich daher vor dem Gespräch selbst eine Checkliste anlegen, diese im Vorstellungsgespräch evtl. auch um jetzt neu auftretende, noch zu klärende Punkte ergänzen. Es wird Ihnen übrigens keiner übel nehmen, wenn Sie sich während des Gesprächs einige Notizen machen - Ihre Gesprächspartner werden es meistens auch tun.

Die Qualität der Bewerberfragen lässt immer auch Rückschlüsse auf Interesse und Motivation des Bewerbers sowie die Ernsthaftigkeit seiner Bewerbung zu. Als Bewerber müssen Sie immer bedenken: Nur wenn es Ihnen gelingt, Ihre Gesprächspartner von Ihrem Können und Ihrer Motivation zu überzeugen, werden Sie ein Einstiegsangebot erhalten.

Vermeiden Sie möglichst nichtssagende Floskeln und sog. "Minusformulierungen" wie "Das stimmt überhaupt nicht", "Das sehe ich aber völlig anders", "Hier liegen Sie ganz falsch".

Achten Sie auch ein wenig auf Ihre Körpersprache:

  • Nervöses Gezappel,
  • unruhiges Hin- und Herrücken auf dem Sessel,
  • weitausholende Armbewegungen,
  • kaum Blickkontakte zu Ihrem Gegenüber u. ä. Unarten

sollten Sie weitestgehend vermeiden. Auf Unternehmensseite nehmen häufig zwei Vertreter am Gespräch teil, in der Regel ein Mitarbeiter der Personalabteilung und einer der suchenden Fachabteilung. Möglich ist es auch, dass Sie zunächst ein Gespräch mit einem Vertreter der Personalabteilung führen und - sofern es gut verlaufen ist - einige Tage später ein zweites mit dem Vertreter der Fachabteilung.

Die Zeitdauer eines Vorstellungsgesprächs ist unterschiedlich, meistens dauert es ein bis zwei Stunden, wundern Sie sich aber nicht, wenn es sogar einen halben Tag dauern sollte. Eine Dauer von nur einer halben Stunde oder sogar weniger ist häufig ein Anzeichen dafür, dass man am Bewerber schon das Interesse verloren hat - oder aber für unprofessionelles Vorgehen Ihrer Gesprächspartner.

Erwarten Sie nicht, dass man Ihnen am Ende eines Vorstellungsgesprächs schon eine Entscheidung mitteilt (drängen Sie auch nicht darauf). Diese kann evtl. erst nach einem zweiten Gespräch fallen, sie wird Ihnen meistens erst einige Tage nach dem Gespräch telefonisch oder schriftlich mitgeteilt.

Sollte man Ihnen aber schon am Ende des Vorstellungsgesprächs sagen, dass man Sie einstellen will, geben Sie sich auf jeden Fall noch zwei bis fünf Tage Überlegungszeit, ob auch Sie "ja" sagen wollen. Ihre Gesprächspartner werden (und müssen) dafür Verständnis haben.

Legt man Ihnen nach dem Gespräch gleich einen vorbereiteten Arbeitsvertrag zur Unterschrift vor, warten Sie auch ab. Nehmen Sie den Vertrag zunächst zum genauen Durchlesen und Überprüfen mit nach Hause. Erst wenn Sie mit allem einverstanden sind und die Stelle wirklich haben wollen, unterschreiben Sie den Vertrag und senden ihn ans Unternehmen zurück.

Es gibt hin und wieder Bewerber, die sich nach einem Vorstellungsgespräch noch einmal schriftlich bei ihren Gesprächspartnern für das Gespräch bedanken. Das wird an sich nicht von Ihnen erwartet, entscheiden Sie dies intuitiv, nach Ihrem Gefühl

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Vorstellungskosten

Bei einer Bewerbung entstehen Ihnen regelmäßig Auslagen für Porto, Bewerberfotos, evtl. auch für Beglaubigungen, Schreibarbeiten u. ä., insbesondere aber Aufwendungen zur Wahrnehmung eines Vorstellungstermins. Zu diesen sog. "Vorstellungskosten" zählen vor allem Fahrtkosten, Spesen, Übernachtungs- und Verpflegungskosten. Diese Auslagen sind den Bewerbern zu erstatten, wenn - wie meistens üblich - das Vorstellungsgespräch auf Veranlassung (schriftliche Einladung!) des Unternehmens bzw. potenziellen Arbeitgebers zustande kommt. Hier entsteht ein auftragsähnliches Rechtsverhältnis (§§ 662 ff BGB), das nach § 670 BGB zur Aufwandserstattung verpflichtet.

Besuchen Sie das Unternehmen jedoch ohne konkrete Einladung zum Vorstellungsgespräch oder auf Veranlassung eines anderen (z. B. Arbeitsamt), besteht seitens des Unternehmens keine Erstattungspflicht. Die Erstattungspflicht ist nicht grenzenlos gegeben, sondern auf angemessene und Ihnen notwendig entstehende Auslagen beschränkt.

Die meisten Unternehmen handhaben die Kostenerstattung inzwischen nicht mehr so großzügig wie oft noch in den vergangenen Jahren, u. a. auch deshalb, weil manche Bewerber hier Missbrauch getrieben haben.

Grundsätzlich darf der potentielle Arbeitgeber die Erstattung von Vorstellungskosten aber auch ausschließen oder nach Art und Höhe begrenzen. Dies muss Ihnen aber vor Anreise zum Gesprächstermin mitgeteilt werden, in der Regel geschieht dies schriftlich durch einen entsprechenden Hinweis im Einladungsschreiben. Hiervon machen heute einige Unternehmen, vor allem jedoch öffentliche Arbeitgeber (z. B. Behörden) zunehmend Gebrauch. In einem solchen Fall müssten Sie dann ganz oder anteilmäßig auf eigene Kosten anreisen oder unter diesen Umständen auf ein Gespräch (evtl. damit auch auf die Stelle) verzichten.

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Zeugnisse

Bei der Auswahl von Bewerbern für eine berufliche Erstausbildung (Auszubildende) werden über das Schulabschlusszeugnis hinaus hin und wieder auch das letzte Halbjahreszeugnis oder das Zeugnis der vorletzten, mitunter auch die Zeugnisse der beiden letzten Schulklassen bewertet. Hier lässt sich dann die Entwicklung der schulischen Leistungen besser beurteilen und die Noten des Abschlusszeugnisses können daran relativiert werden. Je nach angestrebtem Beruf des Bewerbers werden einzelne Fächer mehr oder weniger stark gewichtet, in den meisten Fällen kommt allerdings den Noten in den Fächern Deutsch und Mathematik eine besondere Beachtung zu.

Erfahrungsgemäß zeigen viele Schulzeugnisse jedoch einen zu positiven Leistungsstand der Bewerber, der in der beruflichen Ausbildung, insbesondere in ihren theoretischen Teilen, nicht bestätigt wird. Die Praxis zeigt allerdings auch, dass der Aussagewert der Schulnoten - selbst bei gleicher Schulform - je nach besuchter Schule erheblich schwanken kann.

Gute bis befriedigende Noten bei Einhaltung der Regelstudienzeit werden beispielsweise von vielen Unternehmen höher geschätzt als Spitzennoten bei sehr langer Studienzeit. Die Bedeutung der Zeugnisse bei der Bewerberauswahl sinkt mit zunehmender Dauer des Berufslebens, hier spielen dann die Arbeitszeugnisse eine besondere Rolle. Jedoch sollten Sie auch als schon sehr berufserfahrener Bewerber mit Hochschulabschluss Kopien von Diplomurkunde und -zeugnis Ihren Bewerbungsunterlagen immer beifügen, sie dienen dann zumindest als Beleg Ihres Studiums. Eine Kopie Ihres Schulabschlusszeugnisses (z.B. Abiturzeugnis) ist dagegen jetzt nur ganz ausnahmsweise beizulegen

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Zeugnissprache

Aussagen und Formulierungen in Arbeitszeugnissen, insbesondere in qualifizierten, wirken hin und wieder nichtssagend oder missverständlich. Manchmal entsteht hier auch der Eindruck, dass über code- oder geheimsprachenähnliche Formulierungen verdeckt Kritik an Leistungen oder Verhalten des Mitarbeiters ausgedrückt werden soll. Grundsätzlich gilt aber, dass nach dem sog. Offenheitsgebot solche verschlüsselten Aussagen oder Formulierungen nicht enthalten sein dürfen. Man muss "zwischen den Zeilen lesen", um zu erkennen, was der Aussteller des Zeugnisses wirklich meint. Erfahrene Personalprofis sind in aller Regel darin geübt, in solchen Fällen den wahren Sinn der Aussagen zu verstehen.

Es kann somit vorkommen, dass ein Bewerber seinen Bewerbungsunterlagen ein - wie er glaubt - für ihn gutes Arbeitszeugnis beifügt, das dem Bewerbungsempfänger jedoch in verdeckter Form bestimmte Informationen oder Schwächen und Leistungsmängel des Bewerbers signalisiert.

Hierzu einige Beispiele:

Positive Formulierungen an sich negativer Bewertungen, z. B.

  • ...hatte Gelegenheit, alle wichtigen XY-Aufgaben zu bearbeiten (= die Arbeitsergebnisse waren enttäuschend)
  • ...hat seine Aufgaben ordnungsgemäß erledigt (= arbeitet umständlich, braucht mehr Zeit als andere)
  • ...galt im Kollegenkreis als beliebter Mitarbeiter (= neigt mehr zu informellen, geselligen Verhaltensweisen, hält Kollegen von der Arbeit sogar ab)
  • ...ist tüchtig und weiß sich auch positiv darzustellen (= Wichtigtuer, eher unangenehmer Mitarbeiter)
  • ...hat sich außerordentlich bemüht, allen Anforderungen gerecht zu werden (= Versager auf der ganzen Linie)
  • ...ist ein fleißiger Mitarbeiter, der die ihm gemäßen Aufgaben schnell und zuverlässig bearbeitet (= nur für leichte, anspruchslose Aufgaben geeignet)
  • ...hat die ihm übertragenen Aufgaben zur vollen Zufriedenheit in seinem und im Interesse der Firma gelöst (= hat den Arbeitgeber bestohlen)
  • ...das Verhalten zu den Mitarbeitern war stets einwandfrei (= mit den Vorgesetzten gab es Probleme)

Umschreibung des Kündigungsgrundes, z. B.

Wir haben uns in gegenseitigem Einvernehmen von diesem aktiven Mitarbeiter getrennt (= der Mitarbeiter ist ein Querulant und Opponent, den man nicht länger beschäftigen wollte)

Das Arbeitsverhältnis endet am... (= Kündigung durch den Arbeitgeber)

Wir haben uns von...einvernehmlich getrennt (= Aufhebungsvertrag auf Initiative des Arbeitgebers)

Das Arbeitsverhältnis endet in bestem beiderseitigem Einvernehmen (= Einvernehmliche Trennung)

Frau/Herr...verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch (= Kündigung durch den Arbeitnehmer)

Abstufungen der Zufriedenheitsskala, z. B.

  • ...hat die übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt (= sehr gut)
  • ...hat die übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt (= gut)
  • ...hat die übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt (= befriedigend)
  • ...hat die übertragen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigt (= ausreichend)
  • ...hat sich bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden (= mangelhaft)

Weglassen

Hin und wieder kommt es in Arbeitszeugnissen vor, dass bestimmte, berufstypische Aussagen fehlen, die ein Bewerbungsempfänger aber erwartet. Diese als "Weglassen" oder "beredtes Schweigen" bezeichnete "Technik" deutet auf Schwächen oder Fehlverhalten hin. Z.B. fehlen bei einer Führungskraft mit Mitarbeiterverantwortung Aussagen oder Bewertungen zum Führungsverhalten, bei einem Einkäufer fehlen Hinweise auf das Verhandlungsgeschick, bei einem Verkäufer Aussagen zum Verhalten gegenüber Kunden oder bei einem Kraftfahrer fehlt die Aussage "unfallfreies Fahren".

Ganz besonders negativ wird es in aller Regel bewertet, wenn in einem Arbeitszeugnis überhaupt kein Hinweis auf das Verhalten gegenüber Kollegen, Vorgesetzten und Mitarbeitern zu finden ist. Dies kann darauf hindeuten, dass es beträchtliche Probleme des Mitarbeiters im Umgang mit anderen gegeben hat.

Schlusssatz

Von Arbeitnehmern wird nicht selten die Bedeutung des sog. "Schlusssatz" unterschätzt. Dieser Schlusssatz am Ende des Zeugnisses kann aus drei Teilen bestehen (sog. "BDZ-Formel"):

  • dem Bedauern, dass der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt,
  • dem Dank für die geleistete Arbeit und gute Zusammenarbeit,
  • dem Ausspruch guter Zukunftswünsche.

Nur beim Ausscheiden eines wirklich guten, allseits erfolgreichen Mitarbeiters werden alle drei Teile in gebührender Weise in den Schlusssatz aufgenommen, z. B.:

"Wir bedauern sehr, dass Frau/Herr ... unser Unternehmen verlässt und danken ihr/ihm für die geleistete, erfolgreiche Arbeit und jederzeit gute Zusammenarbeit. Für die weitere Zukunft wünschen wir Frau/Herrn ... beruflich und persönlich alles Gute."

Über das Fortlassen einzelner Teile oder bestimmter Attribute (z. B. "erfolgreiche" Arbeit, "gute" Zusammenarbeit) sind Abstufungen in der Wertschätzung leicht möglich. Fehlen allerdings die Zukunftswünsche, deutet dies auf eine ganz besonders negative Bewertung hin.

Aber selbst in den Zukunftswünschen könnte noch eine negative Botschaft versteckt sein, z. B. in folgendem Fall: "...wünschen wir Frau/Herrn alles Gute, vor allem Gesundheit."

Hier handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Mitarbeiter, der besonders durch häufiges "Krankfeiern" aufgefallen ist.

Wenn Sie ein Arbeitszeugnis erhalten oder bevor Sie dieses Ihrer Bewerbung beilegen, sollten Sie immer einen kritischen Blick darauf werfen und prüfen, ob es evtl. Unklarheiten, Mehrdeutigkeiten, Missverständliches u. ä. enthält. Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber darüber, lassen Sie sich ggf. ein neues Zeugnis ausstellen. Hilfreich kann es auch sein, das Arbeitszeugnis von neutralen Fachleuten prüfen zu lassen.

Sie müssen aber auch wissen: Nicht in jedem Fall steckt hinter einer etwas verunglückten oder mehrdeutigen Formulierung oder dem Fehlen einer Aussage Absicht. Oft sind es lediglich Unkenntnis, mangelnde Erfahrung, Ungeschicklichkeiten o. ä. des Arbeitgebers bzw. Zeugnisausstellers.

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Zwischenzeugnis

Bei Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses haben Sie einen Anspruch auf ein schriftliches Arbeitszeugnis von Ihrem Arbeitgeber. Sie können jedoch auch, ohne dass Ihr Beschäftigungsverhältnis enden muss, um ein vorläufiges Arbeitszeugnis, ein sog. "Zwischenzeugnis", bitten.

Einen Rechtsanspruch auf ein Zwischenzeugnis haben Sie allerdings grundsätzlich nicht. Jedoch ergibt sich aus der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers eine gewisse Verpflichtung zur Ausstellung eines Zwischenzeugnisses (z. B. dann, wenn der Arbeitnehmer ein anderes Aufgabengebiet übernimmt oder sich woanders bewerben will). Das Zwischenzeugnis enthält Angaben über Art und Dauer Ihrer bisherigen Tätigkeiten und Aufgaben im Unternehmen sowie - sofern Sie dies wünschen - auch eine Bewertung Ihrer Arbeitsleistungen. Für Inhalt und Form des Zwischenzeugnisses gelten die gleichen Grundsätze wie für ein Arbeitszeugnis.

Um ein Zwischenzeugnis sollten Sie in der Regel immer dann bitten, wenn ein Wechsel Ihrer Führungskraft, größere Veränderungen in Ihrem Aufgabengebiet oder ein Aufgabenwechsel (z. B. nach einer Umsetzung oder Versetzung) eintreten. Sie haben damit die Chance, dass bisher gezeigte, gute Leistungen schon dokumentiert werden und evtl. später, bei Ausstellung eines Arbeitszeugnisses als Beurteilungsbasis mit herangezogen werden können.

 

 

 

??? Musteranschreiben? Wird im Text mehrfach erwähnt!

Dito: Deckblatt-Muster

Dito: Lebenslauf